Narrenmesse

Humor in heiligen Hallen
Kirche und Spass, passt das überhaupt zusammen?
Pastoralassistent Christopher Zintel bewies anlässlich der Narrenmesse in Lachen, wie gut beides miteinander harmonieren kann.

Verpackt in perfekte Reime, schaffte Pastoralassistent Christopher Zintel, dieses Mal ohne den in Urlaub weilenden Pfarrer Ruedi Baumann, gekonnt den Spagat zwischen amüsanter Erzählkunst und ernsthafter Predigt.
Und so war die Be
fürchtung «Ich will allein hier Christ nicht sein.» völlig unbegründet, denn die Lachner Pfarrkirche war so voll wie selten und «Erzähle ich hier vorne Schund, dann haltet die Hand vor Euren Mund» grad ebenso. Um den Narren, dem echten und dem irrgeleiteten, ging es in seiner Predigt. Der echte Narr dürfe die Wahrheit verkünden und als schlechtes Gewissen der Mächtigen fungieren.
So ganz anders als gewisse andere Narren, die nur Buchstabengetreu zu lesen wissen, statt den Sinn zwischen den Zeilen zu begreifen und so vom Fundamentalisten zum Terroristen werden. Frauenerniedrigende Anmache, Sprüche und Übergriffe wie in der Silvesternacht in Köln thematisierte Zintel ebenso wie die Zmobie-Generation, den Zombis, die vom Smartphone und Internet schier aufgefressen würden.
Ja, die Welt sei voller Narretei und «Frieden wollen wir und keinen Krieg, deshalb spielt jetzt die Musik.», die der bunt kostümierte Harmonie Musikverein Lachen beisteuerte.
Nach der Kranzniederlegung der Narrhalla zum Totengedenken und originellen Fürbitten wie «Gib der Regierung eine bessere Schweiz und der Schweiz eine bessere Regierung.» beendete Zintel den Narrengottesdienst. «Die Predigt ist nun endlich aus – wenn sie gefiel, bitte ich um Applaus.» und dieser kam reichlich und aus vollem närrischen Herzen.
Von Marie-Eve Hofmann-Marsy


Go to top